Bärentraube

Arctostaphylos uva-ursi

Ericaceae

Weitere Namen

Wilder Buchs, Wolfsbeere

Droge

Bärentraubenblatt – Arctostaphylos Folium

Beschreibung

Der immergrüne, niederliegende reichverzweigte Strauch trägt ovale, ganzrandige, dickledrige Blätter mit deutlichem Adernetz. Die Blüten sind weiss-rosarot mit glockiger Krone in ständigen Trauben. Die Früchte sind kugelige, scharlachrote, mehrsamige Beeren von herbem, säuerlichem Geschmack.

Vorkommen

Nordhemispäre: Mitteleuropa, Asien, N-A.

Garten und Küche

Wir finden ihn vor allem im montanen und alpinen Nadelwald bis über die Waldgrenze. Sammeln der Zweigspitzen über das ganze Jahr hindurch. Trocknung der Zweige an der Sonne oder im Schatten und anschliessendes Abklopfen der Blätter. Blütezeit April-Juni. Als Arzneidroge wird sie ausschliesslich aus spanischem und italienischem Wildwuchs importiert, aus Artenschutzgründen nicht mehr aus Osteuropa.

Zubereitung

Wir verwenden die getrockneten Blätter als Arzneidroge und bereiten einen Infus mit 3 g Arzneidroge oder machen ein Kaltmazerat, was die Reizung der Magenschleimhaut verhindert. Um eine optimale Wirkung zu erzielen achten wir während der Therapie auf eine gemüsereiche, fleischarme Ernährung. Während drei Tagen 2-3 Tassen einnehmen.

Wirkstoffe und Wirkung

Glycoside: Phenole (Arbutin), Gallussäuren, Phenolsäuren, Flavanoide Gerbstoffe: Gallotannine, Catechin-Gerbstoffe

Anwendung

Bärentraubenblätter wirken desinfizierend, entzündungshemmend und antibakteriell in Harnwegen und Nieren. Sie werden bei Nierenreizungen und Blasenentzündungen angewendet. Während der Anwendung verfärbt sich der Urin braun. Während der Schwangerschaft und Stillzeit, sowie für Kinder unter 12 Jahren nicht geeignet.

Phytopharmaka

Die Bärentraube ist eine gut erforschte Heilpflanze in Europa. Sie ist das bekannteste und wirksamste pfanzliche Harndesinfizienz. Gepulverte Bärentraubenblätter sind in Tabletten oder Tropfen enthalten, standardisiert auf den Wirkstoff Arbutin.

Geschichte/Volksmedizin

Indianische Völker Nordamerikas nutzten die Bärentraubenblätter als Harnverstärker (‚Urine spurter‘), gegen Nierenentzündungen und lösten Nierensteine mit langfristigen Gaben von Tee durch Zugaben von Birkenasche, was darauf hinweist, dass sie genau wussten, dass sich die medizinischen Wirkstoffe nur im atkalischen Harnmilieu entfalten können. Anhand der Braunfärbung des Harns konnten sie die Schwere der Erkrankung erkennen, Sie warnten ausserdem vor exzessivem Gebrauch, da dadurch chronische Vergiftungserscheinungen auftreten können.

Weitere Links

Wikipedia

Pharmawiki

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Literatur

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