Baldrian

Valeriana officinalis

Valerianaceae

Weitere Namen

Baldrian, Katzenwurzel

Droge

Valerianae radix – Baldrianwurzel

Beschreibung

Baldrian ist eine ausdauernde, aufrechte, bis 1.5 m hohe Pflanze. Die Blätter sind unpaarig gefiedert mit 7-21 Fiederblättchen. Die Blühtriebe, welche aus einem kurzen Wurzelstock mit vielen feinen Faserwurzeln treiben, haben runde, gerillte Stengel und tragen oben die doldigen Blütenstände mit den rosaroten, selten weissen, röhrenförmigen Blüten.

Vorkommen

Europa und Asien, an Bach- und Flussufern, in Wäldern und Gebüschen, von der Eben bis in die Bergwälder.

Garten

Im Herbst oder Frühjahr werden die Ausläufer gesammelt und in lockeren Ackerboden mit 30 cm Abstand gepflanzt. Ernte im September bis November.

Zubereitung

Wir verwenden die Wurzelfasern indem sie gut gewaschen und gekämmt am Schatten getrocknet werden. Wir erkennen sie auch am charakteristischen Geruch nach dem Trocknen. Ein Teelöffel Baldrianwurzel wird mit heissem Wasser übergossen und 10 Minuten ziehen gelassen.

Wirkstoffe

Valerensäure, Valepotriate, ätherische Öle

Wirkung und Anwendung

Der Tee oder die Tinktur (Baldriantropfen) werden als Beruhigungsmittel bei Nervosität, Einschlafstörungen, Unruhe, Angst- und Spannungszuständen eingenommen.

Phytopharmaka

Extrakte und Tabletten, die auf die Inhaltsstoffe Valepotriate standardisiert sind, werden als Beruhigungsmittel eingesetzt, bei psychischer und motorischer Unruhe und nicht als Einschlafhilfe. Andere Fertigarzneimittel enthalten nur die einschlaffördernden Inhaltsstoffe (Plantival®).

Geschichte/Volksmedizin

Im Mittelalter wurde Baldrian gegen Seitenstechen, als menstruations- und verdauungsförderndes, sowie harntreibendes Mittel und als Zusatz in Gegengiften verwendet. Mit dem Seitenstechen könnte auch eine Rippenfellentzündung gemeint sein. Wegen ihres penetranten, unangenehmen Geruchs, der erst beim Trocknen der Wurzel auftritt, galt die Wurzeldroge als zauber- und pestabwehrendes, böse Geister und den Teufel vertreibendes Mittel. Weitere Anwendungen waren Atembeschwerden, Sehschwäche, Husten und Kopfschmerz. Bis zum 19. Jh. ist nirgends von der nervenberuhigenden Wirkung, die heute erwiesen ist, die Rede. Katzen reagieren paradox auf Baldrian und werden, fuchsteufelswild‘, riechen sie die penetrante Wurzel.

Weitere Links

Wikipedia

Pharmawiki

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Literatur

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