Goldrute

Solidago virgaurea (Consolidae aureae)

Asteraceae

Weitere Namen

Echte, wilde oder gemeine Goldrute, Heidnisch oder Edelwundkraut, Schoss-, Waldkraut

Droge

Herba – Kraut

Beschreibung

Die Goldrute (goldbehangene Rute) ist eine bis 1m hohe Staude. Der runde Stengel ist kurz behaart und unten braun, violett oder purpurrot gefärbt. Die Verzweigung ist rispig, die Blätter sind spitz, elliptisch mit gesägtem Rand; unten sind sie gestielt, oben fast sitzend. Die Blüten sind gelb, riechen schwach aromatisch und stehen in einfachen Rispen oder Rispentrauben.

Vorkommen

Heimisch in Europa, Asien, Nordafrika und Nordamerika

Garten

Als Arzneidroge verwenden wir das Kraut, welches aus Wildvorkommen aus Ungarn, Bulgarien, Polen und dem ehemaligen Jugoslawien stammt. Blütezeit Juli-Oktober. Vermehrung durch Versamung oder Teilung.

Zubereitung

Die Droge wird als Infus oder Dekokt zubereitet. Bis 5-mal täglich eine Tasse trinken.

Wirkstoffe

Flavonoide: Rutinosid, Quercetin; Saponine; ätherisches Öl; Salicylsäure

Wirkung und Anwendung

Für die Droge wurden diuretische, blutdrucksenkende und krampflösende Wirkungen nachgewiesen. Sie gilt als entzündungswidriges, mineraliensparendes Diuretikum, und wird verwendet bei Blasen- und Nierenentzündungen, Nierensteinen und -griess, bei Ödemen aufgrund einer Nierenunterfunktion. Ebenso wirksam zur Unterstützung bei arthritischen Entzündungen. In neusten Untersuchungen konnte nach intravenöser Applikation ein Schutzeffekt gegenüber Röntgenstrahlschädigung der Haut bestätigt werden. Für die Saponine wurde eine spermizide Wirkung an menschlichen Spermien nachgewiesen.

Phytopharmaka

Bei Fertigpräparaten wird häufig nicht zwischen Goldrute und Riesengoldrute unterschieden, was nach wissenschaftlichen Erkenntnissen zulässig ist. Es sind mehrere Fertigpräparate gegen Nierenbeschwerden und als Urologika im Handel.

Geschichte/Volksmedizin

Die Goldrute wurde im 16. Jahrhundert „heydnisch Wundkraut“ genannt und galt vor allem als berühmtes Wundheilmittel. Bei den Indianern wurde das „Schlangenkraut“ gekaut und die Kaumasse auf Insektenstiche aller Art aufgetragen. Bei den Germanen soll das Goldrutenkraut eines der wichtigsten Wund- und Heilkräuter gewesen sein. Volksmedizinisch findet es Verwendung bei Gicht, Rheuma, Arthritis, Ekzemen und anderen Hauterkrankungen. Äusserlich bei schlecht heilenden Wunden und Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut.

Weitere Links

Wikipedia

Pharmawiki

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Literatur

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