Mönchspfeffer

Vitex agnus-castus

Verbenaceae

Weitere Namen

Mönchspfeffer, Keuschlamm

Droge

Fructus – Früchte

Beschreibung

3-5 m hoher Strauch, gestielte Blätter, 5-7 zählig, handförmig geteilt; Fliederfarbene Blüten in dichtem, endständigem Blütenstand zusammengefasst; Früchte sind schwarze, kugelige Steinbeeren mit 4 Samen. Die Pflanze verbreitet einen aromatischen Duft und hat einen pfefferartigen Geschmack. Von der Familie her ist sie verwandt mit dem bei uns heimischen Eisenkraut.

Vorkommen

Mittelmeergebiet, Vorder- und Zentralasien bis Nordwestindien.

Zubereitung

Die wirksamen Inhaltsstoffe der Arzneidroge (Steinbeeren) sind im Wasser schlecht löslich, weshalb sie sich zur Teebereitung nicht eignet.

Wirkstoffe

Terpenglycoside; Ätherisches Öl; Flavonoide; fette Öle

Wirkung und Anwendung

Die Arzneidroge reguliert die Hormonausschüttungen im Hirnstamm, wodurch sie die Östrogenproduktion vermindert und diejenige der Gestagene erhöht. Entsprechend werden Pflanzenextrakte beim prämenstruellen Syndrom (PMS), bei übermässigen Blutungen, bei Zwischenblutungen und bei klimakterischen Beschwerden angewendet. Klinische Studien ergaben eine deutliche Verbesserung der Beschwerden bei 84% der Probandinnen. Bei jeder Anwendung braucht der Mönchspfeffer seine Anlaufszeit. Häufig konnte eine positive Wirkung nach der regelmässigen Einnahme während mehreren Wochen beobachtet werden.

Phytopharmaka

Als Fertigpräparate sind Extrakte der Beeren in Tablettenform im Handel. Die Dosierungen sind unterschiedlich.

Geschichte/Volksmedizin

In der Antike wurde die Arzneidroge als Heilmittel bei Erkrankungen der Gebärmutter und im Mittelalter als Stillmittel verwendet. Ob der Mönchspfeffer (Keuschlamm) den Mönchen half ihre Keuschheit zu bewahren, bleibt dahingestellt. Ausserdem ist er in der marokkanischen Gewürzmischung „Ras el hanout“ enthalten.

Weitere Links

Wikipedia

Pharmawiki

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Literatur

2,4, 15, 22