Wermut

Artemisia absinthium

Asteraceae

Weitere Namen

Wurmkraut, Absinth, bitterer Beifuss

Droge

Herba – Kraut

Beschreibung

Der Wermut ist ein ausdauernder Halb-Strauch, der eine Höhe von 60-100 cm erreicht. Die aufrechten Stengel tragen 2-3-fach gefiederte, graufilzig behaarte Blätter, mit 1-3 mm breiten Zipfeln. Die zahlreichen Blütenköpfe sitzen in einer dichten Rispe mit gelben Röhrenblüten, die Zungenblüten fehlen. Früchte 1-2 mm lang, ohne Pappus.

Vorkommen

Als Wildpflanze eurasiatisch verbreitet, auf Brachflächen, Schuttplätzen und an Hecken.

Garten

Wermut liebt kalkhaltige, sandige Böden, viel Sonne. Das bittere Wermutkraut wird aus Ost- und Südosteuropa importiert.

Zubereitung

Mit 1/2 -1 Teelöffel (=ca. 1 g) des getrockneten Krauts einen Infus zubereiten.

Wirkstoffe

Bitterstoffe 0. 15-0. 4%: Sesquiterpenlactone – Absinthin; Ätherisches Öl 0. 2-1. 5%: Thujon, 1, 8-Cineol, Campher; Flavonoide; Gerbstoffe.

Wirkung und Anwendung

Das Wermutkraut wird als Amarum (Bitterdroge) bei Appetitlosigkeit, bei Störungen im Magen/Darm-Bereich, bei Gastritis mit verringerter Säurebildung, zur Anregung der Galle, bei Blähungen und Krämpfen angewendet. Überdosierung kann zu Erbrechen, Magenkrämpfen, Harnverhaltung und Benommenheit führen, aufgrund des Thujons (Teil des ätherischen Öls).

Phytopharmaka

Fertigpräparate sind in Tropfenform meist in Kombinationen erhältlich.

Geschichte/Volksmedizin

Schon im alten Ägypten war das Wermutkraut bekannt. Artemis ist die Schutzgöttin der Geburt und Abtreibung, sowie der Hebammen. „Die grüne Fee“wird der Wermut auch genannt: „Zerreibe Absinthium und den ausgepressten Saft gib zu trinken; nach einer Pilzvergiftung wurde solcherart ein Mann später noch hundert Jahre alt. Die in Wasser gekochte Pflanze auf Leinen aufgetragen und damit einen Umschlag gemacht, das beseitigt Quetschungen. Bei zarter Haut trage auch Honig mit auf. Absinthium, Marrubium und Lupinum in gleichen Mengen zermahlen und in Honigwasser oder herbem Wein gekocht und in den Nabel gestrichen, töten die Würmer.“ (Medicina Antiqua). In der Volksmedizin wird er als Tonikum bei Erschöpfungszuständen angewendet. Der „Absinth“, aus Wermut destillierter Schnaps, ist heute weltweit verboten, vor allem weil er zum einen als Rauschdroge und in der „Kurpfuscherei“ als Abtreibungsmittel missbraucht wurde. Die Schwarzbrennerei wird in der Schweiz mit Bussen bis zu 100’000 Fr. bestraft.

Weitere Links

Wikipedia

Pharmawiki

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Literatur

5, 8, 19