Zitronenmelisse

Melissa officinalis

Lamiaceae

Weitere Namen

Melisse, Zitronenmelisse, Herz-, Frauenkraut

Droge

Folium – Blatt

Beschreibung

Die Pflanze ist eine bis 90 cm hohe, ausdauernde Pflanze mit aufrechtem, verzweigtem und nur spärlich behaartem bis fast kahlem Stengel. Die Blätter sind gestielt und haben eine ei- bis rautenförmige 2 bis 6 cm lange und 1.5 bis 5 cm breite, gekerbte Spreite, die am Ende kurz zugespitzt, am Grunde gestutzt oder keilförmig ist. Sie ist meist nur Oberseitig behaart oder ganz kahl. Die kleinen, weissen Lippenblüten sitzen zu 6 in Scheinquirlen in den Achseln der oberen Laubblätter. Der Kelch ist glockig, 2-lippig, mit flacher, kurzzähniger Oberlippe. Die Früchte sind eiförmige, 1.5 bis 2 mm lange, braune Nüsschen.

Vorkommen

Die Pflanze ist im östlichen Mittelmeergebiet und Westasien beheimatet und in Mitteleuropa kultiviert oder verwildert.

Garten

Die Blätter werden vor der Blüte bzw. vor zu starker Verzweigung gesammelt. Vermehrung durch Teilung der Wurzelstöcke oder Stecklinge. Die Stauden frieren im Winter zurück, treiben aber im Frühling wieder.

Zubereitung

Die Blattdroge kommt aus den Anbaugebieten in Mittel-, West- und Osteuropa.

Wirkstoffe

Ätherisches Öl: 0.05-0.3% – Geranial und Neral (=Citral), Citronellal; Gerbstoffe; Flavonoide

Wirkung und Anwendung

Melissenpräparate wirken sedativ und spasmolytisch. Traditionell werden Melissenblätter zur Unterstützung der Magenfunktionen und zur nervlichen Beruhigung bei Überbelastung angewendet. So bewähren sich Salbenzubereitungen aus Melissenextrakt gegen Fieberblasen (Herpes Simplex).

Phytopharmaka

In Fertigpräparaten der Gruppe Sedativa kombiniert und gegen Herpes Salbenzubereitung einzeln erhältlich.

Geschichte/Volksmedizin

Der Name Melissa hat seinen Ursprung in dem griechischen Wort für Biene und weist auf die große Anziehung der Pflanze für Bienen hin. Der englische Name „Balm“ ist eine Kurzform für „Balsam“, dem wichtigsten der süss riechenden Öle. Paracelsus glaubte, dass das Öls jemanden gesund machen könne, der auf dem Sterbebett liegt. Plinius und Dioskurides waren der Meinung, dass es offene Wunden ohne Infektion heilen könne, was für Balsamöle allgemein klinisch nachgewiesen wurde.

Weitere Links

Wikipedia

Pharmawiki

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Literatur

CD, 8