Zweigriffeliger Weissdorn

Crataegus monogyna (Eingriffeliger Weissdorn)

Crataegus laevigata (Zweigriffeliger Weissdorn)

Rosaceae

Weitere Namen

Weissdorn, Hegedorn, Mehldorn, Lusbeeri

Droge

Herba, Fructus – Kraut, Früchte

Beschreibung

Bis 4 m hoher Strauch mit verzweigten, dornigen Ästen. Blätter 5-7-lappig, tief eingeschnitten. Die weissen Blüten mit 5 Kron- und Kelchbättern, mit einem oder zwei Griffeln, umgeben von vielen Staubblättern, zeigen deutlich, dass es sich um ein Rosengewächs handelt. Die leuchtend roten langgestielten Scheinfrüchte sind eikugelig und tragen einen Steinkern.

Vorkommen

In ganz Europa verbreitet, aus ost- und südosteuropäischen Ländern importiert. An Waldrändern, auf Lichtungen, in Gebüschen und Hecken, kollin-montan zu finden.

Garten

Als Arzneidroge werden die Blüten und Blätter verwendet. Erntezeit: Mai-Juni.

Zubereitung

1 Teelöffel Weissdornblätter mit Blüten mit 1.5 dl Wasser übergiessen und 20 Minuten ziehen lassen.

Wirkstoffe

Glycoside: Flavanoide, Procyanidine (Hyperosid, Vitexinrhamnosid); Amine; Gerbstoff; Phenole; Phytosterole.

Wirkung und Anwendung

Das Weissdornkraut wirkt stärkend auf Herz und Kreislauf. Es wird angewandt bei beginnender, Herzmüdigkeit, insbesondere Herzmuskelschwäche, bei Druck- und Beklemmungsgefühlen und bei Herz-Rhythmusstörungen, besonders beim Altersherz.

Phytopharmaka

Die Wirkung standardisierter Extrakte der gesamten Arzneipflanze sind klinisch mehrmals getestet worden, was ihren Einsatz in der Kardiologie (Bsp. Cardioplant®) berechtigt; Weissdorn wird häufig in Kombination mit anderen Arzneipflanzen angeboten.

Geschichte/Volksmedizin

Die Namensgebung von „Crataegus“ aus dem griechischen „kraitos = fest, stark“ bezüglich des zähen Holzes der Pflanze ist umstritten. Bei den Kelten war der Weissdorn der Baum des Merlin, später wurde er zum Baum der Dämonen und Hexen. Man glaubte, dass die Ernährung der Hexen auf dem Weg zum Blocksberg aus Weissdornblättern bestand. Allgemein bringt der Weissdorn im deutschen Volksmund Unheil, verhindert Empfängnis und Geburt. Die Frucht wurde gegen Durchfall, die Wurzel in Form von Umschlägen bei Abszessen und die Blüten gegen Husten verwendet. Bei nordischen Völkern genossen arme Leute die Früchte roh, kochten sie zu Mus oder liessen einen Wein gären.

Weitere Links

Wikipedia

Pharmawiki

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Literatur

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